Ein kurzer Rückblick auf unser Wichtelspiel

Ein großer Vorteil des Nosetrackings: ich kann jederzeit alleine mit meinem Hund zur Suche aufbrechen. Arbeite ich aber nur alleine, kann ein entscheidendes Problem auftreten – mein immer vorhandener Geruch in der Suchumgebung.

Dies ist tatsächlich nicht vermeidbar. Schließlich muss ich durch die Umgebung laufen und vor allem an der Stelle, an der ich das Versteck anlege, wird es stark nach mir riechen.  Da hilft auch kein neues Deo, Handschuhe oder luftdichte Kleidung. Die Gefahr, dass er sich nur an meinem Geruch orientiert, ist groß.  Warum sollte er sich bemühen einen schwachen Duft aufzuspüren, wenn mein eigener ihm in Leichtstofffarben den Weg weist. Es gibt Übungen, die dazu führen sollen, dass der Hund erkennt, dass er wirklich nur den Geruchsstoff suchen soll, aber die beste Möglichkeit ist immer noch gar nicht erst dort gewesen zu sein.  

Verstecke mit anderen Nosetrackern zu teilen, kann eine Lösung sein. In unserem Weihnachts-Wichtelspiel wollten wir genau dies austesten. 

Das Wichtelspiel

Konkret sollten die Spielteilnehmer jeweils ein Versteck irgendwo in einer Umgebung ihrer Wahl anlegen.  Zu verstecken war eine kleine weihnachtliche Figuren, die mit einem Gummiband aus Naturkautschuk umwickelt wurde. Je nach Örtlichkeit musste diese Figur nun so verborgen werden, dass sie von vorbeilaufenden Passanten nicht sofort gesehen wurde, aber dennoch vom Hund erschnüffelt werden konnte. War das Suchteam erfolgreich, konnte  es die Figur als Erinnerung an sich nehmen.

Das Anlegen der Verstecke erinnert stark an ein Geocache-Versteck. Nur dass wir nicht die exakte Lage des Verstecks angeben müssen, sondern einen recht genauen Ort, von wo die Suche starten soll. Neben dem Startpunkt braucht es dann noch eine Beschreibung der Suchaufgabe, damit der Trainingspartner weiß, was er tun muss.

Eine Beschreibung könnte zum Beispiel so aussehen: Wenn du den Weg vom Parkplatz aus in Richtung Sportplatz läufst, kannst du am Wegrand fündig werden. Oder: In der Lichtung hinter dem Unterstand ist ein kleiner Gegenstand verborgen.

Mit dieser Beschreibung können die Trainingspartner nun zum Suchgebiet gelangen und dort den Hund in die Suche schicken.

Zugegeben, eine so kurze Beschreibung würde nur funktionieren, wenn sich alle Partner gut in der Umgebung auskennen. Tun sie dies nicht, müsste die Beschreibung des Startpunktes sehr viel länger ausfallen. Das kann ganz schön umständlich werden. Für das Wichtelspiel haben wir daher What3word getestet.

What3words hat die Welt in 3×3 Meter große Quadrate aufgeteilt und jedem Quadrat 3 Wort zugewiesen. Diese Wortkombination ist einmalig.  So können auch in Regionen ohne Straßenschilder oder gar Hausnummern präzise Ortsangaben gemacht werden. Gibt man die drei Worte in die entsprechende App ein, wird der Ort angezeigt und mithilfe einer Navigations-App wie “Google. Maps”, “here we go”, “Waze” und wie sie alle heißen kann man sich zum Ausgangspunkt navigieren lassen.

Hier muss das Suchteam dann nur noch die Beschreibung der Suchaufgabe durchlesen und schon kann es losgehen.

Der Ablauf

An unserem Wichtelspiel haben 14 Mensch-Hund-Teams teilgenommen. Jedes Team erhielt per Auslosung einen Wichtelpartner. Wie bei einem normalen Wichtelspiel auch. Nur das es bei unserem Spiel nicht um ein tolles Geschenk, sondern eine schöne Suchaufgabe ging.

Nach anfänglicher Skepsis gegenüber der technischen Herausforderung konnten alle Teams ihre Suchaufgabe samt Startpunkt mit ihrem Wichtelpartner in einer WhatsApp-Gruppe teilen. Damit sich die Anreise lohnt, haben viele neben dem Wichtelversteck noch zwei bis drei weiter Geruchsobjekte ausgelegt. Ich fand, das war eine super Idee.  So konnten die Hunde mehrmals fündig werden.

Ergebnis des Wichtel-Spiel-Tests

Leider konnten nicht alle Teams ihr Wichtelversteck finden, aber alle – und das war das entscheidende –  haben das angegebene Suchgebiet problemlos erreicht. Durch die zusätzlich ausgelegten Geruchsobjekte ist jedes Team mindestens einmal fündig geworden.

Die Resonanz war durchweg positiv. Die Teilnehmer hatten Spaß und fanden es gut, mal neue Strecken und Orte abseits der sonst üblichen Gassiroute kennenzulernen.

Was jedoch unbedingt verbessert werden muss, ist die Plattform, auf der die Aufgaben eingestellt werden. WhatsApp ist da – wie zu erwarten – nur bedingt geeignet. Das Scrollen durch den Chat, um die eigene Aufgabe zu finden, war doch etwas mühsam und irgendwann extrem unübersichtlich. Hier bedarf es einer anderen Lösung. Eventuell ein Forum, welches ich auf der Homepage einrichten kann.

Bis Ostern fällt uns bestimmt etwas ein – da möchten wir den Testlauf auf jeden Fall wiederholen. Ich danke allen Startern, dass sie sich auf das Experiment eingelassen haben, für ihre Geduld bei unseren anfänglichen technischen Schwierigkeiten und für ihren Einsatz. 

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