14 Punkte, die ihr beim Anlegen von Verstecken bei der Geruchsstoffsuche beachten solltet

Bei der Geruchsstoffsuche wird der Duftstoff in kleinen Behälter ausgelegt. Beim Anlegen dieser Verstecke ist einiges zu beachten. Wir haben 14 wichtige Punkte zusammengestellt.

Illustration Nosetracking-Verstecke bei der Geruchsstoffsuche richtig anlegen

Bei der Geruchsstoffsuche wird der Duftstoff in kleinen Behälter ausgelegt. Beim Anlegen dieser „Verstecke“ ist einiges zu beachten. Wir haben 14 wichtige Punkte zusammengestellt:

1. Objekte befestigen oder einklemmen

Geruchsstoffbehälter sind bei Tieren wie Nagern und Vögeln sehr beliebt. Woran das liegt, ich weiß es nicht. Wir können definitiv sagen, dass das Problem zur Brutzeit noch stärker bemerkbar ist. Teilweise lassen sich die Geruchsbehälter mehrere Meter vom eigentlichen Versteck entfernt wieder finden. Meist fehlt ihnen dann das Trägermaterial, auf dem wir den Geruchsstoff aufgetragen haben. Wir verwenden dafür meist Watte oder Holzstücke. Um keine Gefahrenquelle darzustellen, sollten die Behälter daher möglichst angebunden oder eingeklemmt werden. Dies natürlich vor allem, wenn das Versteck über einen längeren Zeitraum angelegt bleiben soll.


2. Auf Dornen, Brenneseln aber auch Müll, Scherben oder die Hinterlassenschaften anderer Tiere achten

Auch Hunde treten nicht gerne in Dornen und noch viel weniger gerne in Brennesel. Schaut euch in der direkten Umgebung des Verstecks gut um. Es ist überraschend wie viel Müll und Scherben auch in Wäldern herumliegen. Seid stets vorsichtig, damit sich eure Schnüffelnase nicht verletzt. Genau so solltet ihr auch auf Kot und Urin Markierungen achten. Verstecke in deren Nähe werden nicht gerne angezeigt. Urin können wir natürlich nicht sehen, aber zu weilen hilft es die eigene Nase in den Wind zu halten.


3. unsichtbar auslegen und anbringen

Vor allem, wenn das Versteck über einen längeren Zeitraum ausgelegt werden soll, achtet darauf, dass euch beim Anlegen der Suche niemand beobachtet und das die Suchobjekte auch nicht zu offensichtlich ausliegen. Es ist erstaunlich was Menschen alles gebrauchen können. Es wäre doch ärgerlich, wenn es bereits abhanden kommt, bevor ihr überhaupt zur Suche aufbrecht.


4. Höhenlage an den suchenden Hund anpassen

Höher angelegte Verstecke sind für die meisten Hunde schwierig. Um es etwas leichter zu halten – achtet bei diesen Verstecken darauf, das euer Hund sie noch erreichen kann, wenn er sich streckt.Unerreichbare Höhenlagen sollten erst mit einem sehr erfahrenen Hund versucht werden.


5. Bei der Geruchsstoffsuche die Wetterlage beachten

Das Wetter kann eine Suche verkomplizieren. Nicht nur der Wind hat Einfluss auf die Geruchsentwicklung. Auch die Temperaturen begünstigen oder erschweren die Luftbewegung (Thermik) und damit die Ausbreitung des Geruchs. In Nischen kann es zudem zu Verwirbelungen kommen.


6. Ablenkungen den Kenntnisstand anpassen

Ablenkungen lassen sich unzählige finden. Andere Menschen, Hunde, Fahrradfahrer, Jogger, Wildtiere, aber auch Geräusche durch eine nah liegende Baustelle oder Gerüche – wie das angrenzende Kamillenblütenfeld. Fügt die Ablenkungen behutsam ein. Bei einem unerfahrenen Suchhund sollten es nicht zu viele auf einmal sein. Hat er jedoch seine Aufgabe verstanden, wird er anfangen sich in die Suche hinein träumen und bekommt nichts mehr um ihn herum mit. Dann spielen Ablenkungen nur noch eine untergeordnete Rolle.


7. Schwierigkeiten in der Umgebung erkennen

Auch Dinge und Situationen aus unserer unbelebten Umwelt erschweren die Suche. Mit der Zeit werdet ihr ein Auge dafür entwickeln. Hier ein paar Beispiele:

  • Hanglage
  • Gewässer
  • Stege und Brücken
  • Tunnel und enge Gänge
  • Gitter und Zäune
  • Verkehr

8. Größe der Suchfläche mit der Erfahrung steigern

Nach den ersten Grundübungen, wenn der Hund anfängt, im Gelände zu suchen unterschätzen wir gerne welche Anstrengungen mit dem Absuchen verbunden sind und legen daher die Flächen viel zu groß an. Fangt mit kleinen gut abgegrenzten Flächen von ca. 10 × 10 Meter an und steigert dann langsam, abgestimmt mit den anderen Schwierigkeiten (Ablenkung, Wetterbedingungen, Umgebung), die Größe der Fläche.


9. Anzahl der Verstecke und ihre Lage zueinander

Um so mehr Verstecke wir in einer Fläche anlegen, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie näher beieinander liegen. Das kann dazu führen, das sich ihre Geruchskegel überschneiden. Dieser Schnittbereich kann intensiver riechen wie die eigentliche Geruchsquelle und euren Hund damit verunsichern.


10. Örtliche Vorgaben beachten

Welche Regeln gelten in dem Suchgebiet? Legt die Suche so an, das diese den Vorgaben entspricht. Herrscht zum Beispiel Leinenpflicht? Kann das Grundstück uneingeschränkt betreten werden? Welche Vorgaben der Forstverwaltung liegen vor? Müssen zum Beispiel Brut- und Setzzeiten beachtet werden. etc.


11 . Müll vermeiden

Wir möchten nicht zu der Vermüllung unserer Wälder und Parks beitragen. Alle angelegten Verstecke sind daher wieder zu entfernen. Alternativ können auch abbaubare Materialienverwendet werden. Ich nutze zum Beispiel gerne Q-Tipps mit Bambusstielen oder einfache kleine Holzplättchen.

12. Alter der Spur der Erfahrung anpassen

Je älter die Suche, umso schwächer riecht die Geruchsquelle und um so mehr Geruch hat sich in die Umgebung freigesetzt. Dies macht das Auffinden des Quellgeruchs schwieriger, aber Achtung: Auch Objekte die erst vor wenigen Minuten ausgelegt worden sind, müssen nicht unbedingt einfach sein. Der Geruch hat sich noch nicht richtig verteilt und wabert nur um die Geruchsquelle herum. Der Hund wird dadurch nicht von der Quelle angezogen. Er muss viel genauer und konzentrierter suchen und wird daher auch eher ermüden.


13. lauft erst „halfblind“ – Suchen bevor du „blind“ – Suchen versuchst

Eure ersten Suchaufgaben legt ihr selber an, so das ihr genau wisst, wo sich der Geruchsgegenstand befindet. Im weiteren Schritt solltet ihr einen Bekannten bitten eine Suchaufgabe anzulegen. Wenn ihr diese mit eurem Hund erarbeitet, ist es ratsam, dass er noch anwesend ist(half-blind), um bei eventuellen Problemen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Erst, wenn ihr euch bei diesen Suchaufgaben sicher fühlt, könnt ihr versuchen eine angelegte Suchaufgabe allein abzuschließen. (blind oder auch double -blind genannt)

14. Intensität des Geruchs

Zu guter Letzt sollten wir noch die Intensität des Geruchs am Geruchsträger beachten. Die häufig anzutreffende Meinung – viel hilft viel – trifft bei der Suche nicht immer zu. Ganz im Gegenteil. Ein starker Geruch kann sich auch breitflächig in dem Suchgebiet verteilen und erschwert damit das Auffinden der Geruchsquelle. Ein zu schwacher Geruch kann je nach Umgebung und Wetterlage allerdings auch schwer aufzufinden sein. Wir haben gute Erfahrungen gemacht mit Gerüchen, die von der normalen menschlichen Nase noch schwach wahrgenommen werden können.
Ihr seht, ein Versteck richtig anzulegen ist gar nicht so einfach. Nehmt euch ein wenig Zeit und schaut euch die Umgebung in Ruhe an. Beachte die Wetterbedingungen, die möglichen Ablenkungen und Schwierigkeiten aufgrund der Umgebungssituation. Mit der Zeit werdet ihr immer mehr Erfahrungen sammeln welche Bedingungen euren Hund schwierig sind und welche er ohne Probleme meistert

Standardbild
Bettina
Artikel: 12

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